25. April 2018

Unternehmensfinanzierung: Effizienz und Stärke darstellen

Der Steuerberater als Betriebsberater ist für Unternehmer ein wichtiger Partner bei jedem Finanzierungsvorhaben. Er kann beispielsweise bei der Bilanzierung darauf achten, dass die Zahlen für die Banken attraktiv sind.

Von Andreas Bartkowski, Steuerberater und Partner 

Der erste Schritt ist getan: Das Unternehmen hat seine Strukturen gefestigt, sich am Markt etabliert und die Umsätze stabilisiert. Jetzt soll es weitergehen: Experten werden benötigt, um das Know-how zu vertiefen und neue Lösungen zu entwickeln, im Ausland lassen sich neue Vertriebsschienen aufbauen.

Dafür brauchen Unternehmen vor allem eines: frisches Kapital. Doch gerade jüngere Betriebe sind oftmals nicht mit ausreichend Eigenkapital ausgestattet, um größere Investitionen aus eigener Tasche zu zahlen. Dementsprechend benötigen sie eine Bankfinanzierung. Doch das ist heutzutage einfacher gesagt als getan. Denn trotz Geldschwemme und historisch niedriger Zinsen sind Banken bei Unternehmensfinanzierungen oftmals alles andere als freigiebig. Die Institute haben durch die regulatorischen Vorschriften der Aufsichtsbehörden die Richtlinien für die Kreditvergabe verschärft – auch in Zeiten einer im Übermaß verfügbaren Liquidität ist eine Finanzierung kein Selbstläufer, Basel III lässt grüßen.

Daher stehen Unternehmer vor der Aufgabe, die Bank zum Partner zu machen, um Wachstum und künftige Geschäftserfolge nicht zu gefährden. Dazu gehört beispielsweise, die vollständigen betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Unterlagen der vergangenen Jahre und ein Business-Plan, der die Amortisation des zu finanzierenden Projekts darstellt, zusammenzustellen und auch bei Jahresabschluss und Bilanz die Bank als Partner niemals aus den Augen zu verlieren. Apropos Bilanz: Diese sollte nicht rein fiskalisch orientiert sein – denn nichts ist schlimmer, als wegen ein paar eingesparter Euro bei der Steuer eine dringend benötigte Finanzierung nicht (oder nur zu hohen Kosten) zu erhalten, weil die Unternehmenserfolge kleingerechnet worden sind.

Ein unternehmerisch-betriebswirtschaftlich versierter Steuerberater wird den entgegengesetzten Weg gehen und die Steuerbilanz nicht rein auf die Steueroptimierung hin ausrichten, sondern auch die Bank immer im Blick behalten. Die Bilanz ist wichtig für die Darstellung des Betriebsvermögens und ist ein Instrument zur Ermittlung der objektiven wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. Dabei Effizienz und Stärke eines Unternehmens darzustellen, steht bei solchen Beratern im Vordergrund. Denn Jahresabschluss und Bilanz werden eben nicht nur für die Augen des Finanzamtes erstellt und dann kommentarlos weggeheftet.

Oftmals kann es sich auch anbieten, den Steuerberater als intimen Kenner des Unternehmens in die Finanzierungsgespräche mit der Bank einzubinden. Er kann dann den Kreditgebern die betriebswirtschaftliche Situation erläutern, direkt auf Rückfragen eingehen und die weiteren Ertragsaussichten, insbesondere vor dem Hintergrund der avisierten Investition, darstellen. Das erhöht regelmäßig die Chancen, eine Finanzierung zu angemessenen Konditionen zu erhalten.

Übrigens: Ausgehend von der allgemeinen kaufmännischen Situation des Unternehmens kann der Steuerberater als Betriebsberater auch eine Finanzierung im Vorfeld genau strukturieren und so weitere Potenziale zur Optimierung heben. Oftmals ist es durch eine genaue Einteilung in Investitionsphasen möglich, Laufzeiten und Kosten eines Kredits zu reduzieren – etwa indem schrittweise oder über verschiedene Instrumente finanziert wird.




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